Kategorie-Archiv: Aktuelles zum Projekt

Es gibt viel zu tun …

Am 24./25. Oktober veranstaltete art 2.0 zusammen mit der Kölner Internet Union e.V. das erste BildungsCamp zu Wissen und Lernen im digitalen Zeitalter.

Zwei Tage lang diskutierten rund 100 Besucher aus den Bereichen E-Learning, Unternehmensberatung, Grafikdesign, Onlinemarketing, Sozialpädagogik, Mediengestaltung, Public Relations, Wissensmanagement, Videokunst, Verlagswesen, Kinder- und Jugendhilfe, Reputationsmanagement und Informationstechnik über aktuelle Themen aus dem weiten Feld der Bildung.

“Es gibt noch viel zu tun …” ist ein Zitat aus der Session von Johannes Klas und Lars Gräßer. Ihre Themen sind u.a.  Medienpädagogik und Medienkompetenz. Doch nicht nur dort, auch in anderen Bereichen lässt sich feststellen, dass der Mensch noch viel weiter in den Vorder- und die Technik weiter in den Hintergrund rücken muss, um aus dem Internet ein für alle sinnvoll nutzbares und verantwortungsbewusst einsetzbares Medium wird.

Hier ein erster  Überblick zu den Sessions, ausführliche Dokumentationen folgen.

Der Kern: Kreativität, Kommunikation, Verantwortung

art 2.0 ist eine Initiative zur Förderung und kritisch-produktiven Auseinandersetzung mit dem digitalen Wandel, den Neuen Medien und dem Internet. Hierzu werden Vertreter unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen auf lokaler Ebene im Gespräch zusammengebracht und vernetzt. Initiator von art 2.0 ist die Kölner Internet Union e.V. (KIU), ein regionaler Berufsverband für Internet-, Software- und Kommunikationsfirmen.

Auftakt im Rückblick: Kunstausstellung und 1. KIU-Kunstpreis

Kernveranstaltung 2008 war eine Kunstausstellung mit der Verleihung des 1. KIU-Kunstpreises. Im Vorfeld der Ausstellung bewarben sich KünstlerInnen aus Köln und Umgebung mit einem Kurzkonzept. Die eingereichten Vorschläge wurden von einer Jury bewertet, bestehend aus Fachleuten der Bereiche Technologie, Kommunikation und Kunst. Alle ausgewählten Arbeiten wurden in einem Ausstellungsraum und parallel dazu im Internet präsentiert. Zugelassen waren alle Ausdrucksformen der bildenden Kunst, auch Aktionskunst. Die Arbeiten und Projekte sollten jedoch nicht nur im Netz sichtbar und erfahrbar sein (Netzkunst), sondern ihren Ausgangs- und/oder Bezugspunkt in der realen Welt finden. Der 1. KIU-Kunstpreis wurde am 30. Mai 2008 an Oliver Held für seine Aktion „Cookie“ verliehen.

Zum Programm 2009 zählen beispielsweise:

· Kunstaktionen und Ausstellungen in Firmenräumen (z. B. Ute Vogel: Zeitmanagement. Fotografien von Kalendern und anderen Werkzeugen zur Zeitkontrolle)

· Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung (Referate, Diskussionsrunden; z. B. Adhoc-Workshops), BildungsCamp

· Filmabende und Vorträge (z.B. Open Source Film)

Was wir weiterhin vorhaben …

Mittelfristig strebt die art 2.0 eine breite und dauerhafte Zusammenarbeit mit Institutionen aus der Forschung und Bildung, Künstlern und Künstlerinnen, künstlerischen Hochschulen, Galerien und Museen an und weiteren Initiativen und Institutionen an, die sich mit dem digitalen Wandel beschäftigen.

Wir Initiatoren sind von der Bedeutung und dem dauerhaften Erfolg einer Plattform wie art 2.0 überzeugt, weil wir von den folgenden Grundüberlegungen ausgehen:

Die breite Akzeptanz und Nutzung des Internets hat weitreichende Folgen auf die Art und Weise, wie wir arbeiten, kommunizieren, denken und leben. Erst allmählich kristallisiert sich heraus, was in diesen Veränderungen steckt. Eine proaktive Auseinandersetzung mit der politischen, moralischen, technischen und wirtschaftlichen Prägekraft moderner technischer Medien und insbesondere des Internets ist notwendig.

Der Kunst und den Künstlern – so wie wir sie verstehen – kommt vor dem Hintergrund dieser Aufgabenstellung eine besondere Bedeutung zu:

(1) Künstler sind die Seismographen unserer Gesellschaft. Die Kunst ist ein Experimentierfeld, auf dem jenseits pragmatischer Nutzungsszenarien und rein wirtschaftlichen Interessen Fragen gestellt, Sachverhalte reflektiert und Möglichkeiten ausgelotet werden können.

(2) Kunst hat ein großes sinnlich-konkretes Potential. Die künstlerische Auseinandersetzung ermöglicht die Ansprache eines breiten Publikums, wo ein sonst eher hochspezialisierter Fachjargon und die Fixierung auf die Technik die Diskussion bestimmten.

Kontakt:
Kölner Internet Union e.V.
Martin Butz und Anja Zielke
E-Mail orga(at)art-zweinull.de

Weitere virtuelle Orte von art 2.0 und der KIU

art 2.0 BildungsCamp 2009 in Köln

art 2.0 bei twitter

Kölner Internet Union (KIU)

KIU-Stammtisch Last Tuesday

Last Tuesday Gruppe bei XING

Googelst Du noch oder findest Du schon?

Ankündigung Flurfunk 2/2009 am Mittwoch, 14. Juli 2009

Flurfunk, so nennt man den informellen Wissensaustausch innerhalb von Unternehmen und Behörden, der auf den Gängen dafür sorgt, dass MitarbeiterInnen auf dem Laufenden bleiben. Beim Flurfunk kann jeder senden und empfangen – jeder ist Autor, Redakteur und Hörer, Produzent und Konsument. Diese Besonderheit gab den Namen zur Umsetzung einer lang gehegten Idee: Dem Aufbau einer professionellen, unkomplizierten und persönlichen Plattform zum Austausch von Fach- und Erfahrungswissen.
Mehr zum Thema FlurFunk bei sym.net …

Adhoc-Diskussionen und Beiträge von anwesenden ExpertInnen und BesucherInnen sind wie immer willkommen.

Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt, bitte anmelden! Per E-Mail an Martin Butz, butz(at)sym.net oder telefonisch unter  0221 – 37 62 591. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Open Source Filme

2. art 2.0 Lichtspielabend

Big Bug BunnyAm 22.4.2009 fand der 2. Lichtspielabend der art 2.0 statt. Das Format präsentiert in unregelmäßigen Abständen Film- und Videokreationen unserer digitalen Kultur. Diesmal hatten wir uns des Themas “Open Source Filme” angenommen.

Open Source Filmproduktion – was ist das?

Die freie Produktion von bewegten Bildern in professionellem Rahmen ist ein neues und vielschichtiges Phänomen: Jenseits einer eindeutigen Definition lassen sich die folgenden Spielarten und Charakteristiken in unterschiedlichen Mischungen beobachten:

  • Gemeinschaftliche Vorproduktion: Eine Community beteiligt sich an der Erstellung des Drehbuchs, recherchiert Hintergründe und berät bei der Realisation von anspruchsvollen Visualisierungen. Kurz, alles was ein Filmteam bewerkstelligen muss läßt sich mehr oder weniger in der Zusammenarbeit mit einer Community bewerkstelligen. Beispiel: Valkaama
  • Produktion von Filmmaterial: Eine Community dreht kurze Filme und Videoclips, aus dem die Initiatoren ein komplettes Produkt herstellen. Oftmals wird auch hier die Community in vielfacher Weise über die bloße Zulieferung von ‘footage’ beteiligt. Beispiel: Lost Zombies
  • Technische Realisierung: Vor allem im Animationsfilmbereich liegt es nahe, Teile oder den gesamten Film mit Open Source Software zu produzieren. Das Endprodukt wird damit auch zum Beleg der Leistungsfähigkeit der eingesetzten Software. Beispiele Elephants Dream, Big Bug Bunny und der Einsatz der 3D-Software Blender.
  • Verfügbarkeit, Wiederverwendung und Vertrieb: Die strenge Definition sieht vor, das sowohl das Gesamtwerk als auch dessen einzelne Bestandteile 1. unter einer freien Lizenz verfügbar sind, also ohne die üblichen Einschränkunen weitergegeben und verwurstet werden können. 2. muss das Material in frei zugänglichen Formaten zugänglich sein. Das bedeutet im Falle von Animationen beispielsweise: 3-D-Modelle und Texturen stehen zum Download bereit und können Grundlage einer neuen Produktion werden. Eines der wichtigsten Lizenzmodelle – nicht nur zur Lizensierung freier Filme – ist die Creative Commons. Wer mehr über dieses Lizenzkonzept wissen möchte, der schaue sich diese Einführung zum Thema an.
  • Finanzierung und Geschäftsmodelle: Auch kostenfreie zur Verfügung gestellte Inhalte kosten Geld. Wie weit im übrigen die Kostenfreiheit für den Zuschauer geht, ist Sache des Refinanzierungsmodells. Tim Baumann – Autor einer akademischen Arbeit zum Thema – nennt hier u. a. die folgenden Varianten:
    • Merchandising: Verkauf von Gütern aller Art rund um einen (Kult-)Film

    • Support Seller: z. B. Aufwertungen des Films in Form von Verpackung, Booklets, Untertitelungen, Soundtrackts usw. rechtfertigen den Verkaufspreis

    • Sell it, Free it: Der Film wird erst verkauft, später als Open Source veröffentlicht

    • Product Placement: zu Deutsch ‘Schleichwerbung’ für Produkte oder Dienstleistungen im Film

    • Versioning: z. B. niedrig aufgelöste Version frei erhältlich, höherwertige Formate bepreist.

    • Crowdfinancing und Donation: Die Community dienst als Investor, entweder im Vorfeld oder nach Produktion und Veröffentlichung des Werkes

Wer eine kurze und intelligente Einführung zum Thema Open Source Filme haben möchte, dem empfehlen wir diesen Beitrag des Elektrischen Reporters.

Die Unterscheidung zwischen Autor und Publikum

Walter Benjamin, deutscher Philosoph und Gesellschaftstheoretiker, schrieb 1936 in seinem berühmten Kunstwerkaufsatz:

“Jeder heutige Mensch hat einem Anspruch, gefilmt zu werden. Diesen Anspruch verdeutlicht am besten ein Blick auf die geschichtliche Sitation des heutigen Schrifttums. Jahrhundertelang lagen im Schrifttum die Dinge so, daß einer geringen Zahl von Schreibenden eine vieltausenfache Zahl von Lesenden gegenüberstand. Darin trat gegen Ende des vorigen Jahrhunderts ein Wandel ein. Mit der ungeheuren Ausdehnung der Presse, die immer neue politische, religiöse, wissenschaftliche, berufliche, lokale Organe der Leserschaft zur Verfügung stellte, gerieten immer größere Teile der Leserschaft – zunächst fallweise – unter die Schreibenden. Damit ist die Unterscheidung zwischen Autor und Publikum im Begriff, ihren grundsätzlichen Charakter zu verlieren.”

Nun – dass Benjamin nur vom “Anspruch gefilmt zu werden” und nicht etwa vom “Anspruch zu filmen” sprach, verwundert nicht weiter: Hätte er damals das Internet gekannt und hätte er eine HDTV-fähige Kamera für wenig Geld und und mit wenig Fachwissen handhaben können, hätte Benjamin anders formuliert. Enscheidend ist jedoch, dass Benjamin die modernen Medien (dazu zählte damals auch die Fotografie und das Radio) und deren Nutzung durch die Masse grundsätzlich positiv sieht (ganz im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen). Youtube, der Open Source Film und andere Medienmanifestationen, die das Internet zum Teil verstärkt, zum Teil erst ermöglicht hat, repräsentieren vor diesem Hintergrund eine Form der Medienaneignung durch die Massen, der traditionelle Modelle zur Informationsverteilung und Entäußerung heftig infrage stellt.

Was wäre wenn es Holly-, Bolly- und die anderen Woods nicht mehr gäbe?

Susanne Gaschke leitartikelt in der Zeit vom 23.04. zur Verurteilung von Betreibern der Filesharing-Plattform Pirate Bay:

“Die Ideologen eines ‘befreiten Wissens’ mögen der Meinung sein, die elitäre ‘etablierte’ Kunst könne so leicht durch das unlektorierte Mitteilungsbedürfnis der Nutzermassen ersetzt werden wie der professionelle Journalismus durch Jedermann-Reporter; YouTube-Filmchen seien ohnehin kurzweiliger als großes Kino. Welche intellektuelle Finsternis droht uns, wenn sie sich irren?”

Ja, welche? Das ist eine wirklich gute Frage. Die notwenige Diskussion, wie wir mit Konzepten von Wissen, Patentrecht, Allmende, Copyright und digitaler Rechteverwaltung umgehen sollen, wird hier mit einer arroganten Haltung abgewürgt . Die Journalistin prognostiziert die Intellektuelle Finsternis:

Wenn wir es zulassen, dass die herkömmlichen Produktions- und Vertriebsmodelle von Musik-, Film- und der gesamten restlichen Kulturindustrie von Youtube & Co infrage gestellt werden, dann versinken wir in den Tiefen einer niveaulosen Massenkultur, in der sich jeder Hinz & Kunz zum Kulturproduzenten aufspielt.

Dass man mich hier nicht falsch verstehe: Ich wende mich nicht gegen die berechtigte Forderung, das intellektuelle Eigentum von Künstlern und Autoren zu schützen. Unangenehm ist jedoch der Reflex der bildungsbürgerlicher Arroganz, mit dem die hohe Kultur vor dem Aneignung durch die Massen geschützt werden soll und Qualität nur durch etablierte Kanäle gesichert scheint.

Noch einmal Benjanim: „Kultur ist die Beute, die die Herrschenden hinter sich herschleifen“. In diesem Sinn: Viel Spass mit Open Source Filmen und Youtube! (mb)

Links:

Alle Bookmarks zum Lichtspielabend „Open Source Filme“ wurden bei Bibsonomy abgelegt und über Tags zu thematischen Gruppen versammelt. Die Kollektion wird laufend erweitert:

Brauchen wir noch ein Gehirn?

Unter diesem Titel fand am 10. März 2009 der art 2.0 FlurFunk zum Thema “Personal Information Management” in den Räumen der Kölner sym.net GbR statt. Die Anwesenden diskutierten in angeregter Runde unterschiedliche Tools, Ideen und Methoden, die WissensarbeiterInnen das Leben leichter – und manchmal auch schwerer – machen.

Hier eine kurze, subjektive Zusammenfassung der Beiträge ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Desktop-Wiki und Tagging (Martin Butz)

Martin Butz startete den Abend mit einem kurzen Lob des Desktop-Wikis als Wissensspeicher für alles, was irgendwie wichtig ist oder werden könnte. Er nutzt dazu Tomboy. Wesentlich erscheint ihm hierbei die Möglicheit,

  • erstens im gesamten Textkorpus per Volltextsuche recherchieren zu können und
  • zweitens die Anreicherung fast einer jeden Notiz mit Tags. Dabei erzieht er sich dazu, zusammen mit dem eigentlichen Textinhalt Assoziationen zu formulieren, die später das Auffinden des gesuchten oft erst ermöglichen.

Beispiel: Eine vorläufige Notiz zu einem Telefonat mit einem Geschäftspartner in spe wird mit dem Tag “Griechenland” versehen. Im Gespräch spielte dies nämlich eine Rolle – ganz abseits des eigentlichen Sachgehalts. Doch Griechenland wird im Kopf bleiben, und damit auch die Wiederauffindbarkeit der Notiz über die assoziierten Tags. Der Artikel Tags und Tagging verrät mehr zum Thema.

Mindmaps als Informationsspeicher, zur Recherche, Projektvorbereitung und Ergebnispräsentation (Natalia Löwen)

Natalia Löwen berichtete über den elaborierten Einsatz von Mindmaps in der Beratungsbranche. Die Anwesenden staunten nicht schlecht über die vielfältigen und weniger bekannten Möglichkeiten, mit Mindmaps

  • Rechercheergebnisse zu organisieren und darzustellen (z. B. Bookmarklisten und Anbieterverzeichnisse),
  • Verzeichnisse und Ordnerstrukturen zu navigieren und mit Metadaten anzureichern (z. B. Verzeichnisse von Marketingmaterialien) sowie
  • kleinere Projekte zu steuern (Aufgabenlisten, Milestones).Wichtig: Wenn Mindmaps zur firmeninternen Dokumentation verwendet werden, ist es unumgänglich, mehr oder weniger strenge Konventionen einzuführen: Hier entstehen dann weniger assoziative Wolken und Vernetzung, sondern eher klare Baumstrukturen und Datenhierarchien.

Ein Überblick über Mindmapping-Software jenseits des Platzhirsches “MindManager” ergänzte diesen äußerst interessanten Vortrag. Ein nachträglicher Hinweis von Natalia: “Auf der Seite von MindJet kann man aufgezeichnete Webinare zu div. Themen anschauen, sie sind meist eine gute Inspirationsquelle (wahrscheinlich auch für Alternativ-Software-Nutzer (z. B. freemind, xmind).”

Selbstorganisation und das Eisenhower-Prinzip (Eva Schuster)

Eva Schuster stellte den TeilnehmerInnen das Eisenhower-Prinzip vor: Der amerikanische General und spätere Präsident bewerktstelligte über die Leitunterschiedung zwischen “dringlichen” und “wichtigen” Aufgaben das Haushalten mit eigenen und anderen Resourcen. Diese einfache und praktikable Priorisierung mündet – kurz und falsch – in einer To-do-Liste in der Form eines Quadranten:

  • A) Aufgaben, die ich selbst und umgehend tun muss
  • B) Aufgaben, die klar terminiert und damit später erledigt werden
  • C) Aufgaben, die deligiert oder abgelehnt werden
  • D) Aufgaben, die auf der To-do-Liste eigentlich gar nichts zu suchen haben

Wie jede Methodik gilt auch hier, Ausnahmen bestätigen die Regel, die Realität vielschichtiger und überhaupt, wer immer nur Kirschmarmelade isst, wird bestimmt nicht glücklich. Doch ebenso trifft zu: Je simpler die Regel, desto eher die Wahrscheinlichkeit, dass diese auch anwendbar und durchhaltbar ist. Der Vortrag wurde dankend beklatscht.

Auf dem Weg zum papierlosen Büro (Belinda Krone)

Belinda Krone berichtete darüber, wie die Trennung vom haptisch so gegenwärtigen und einfach handhabbaren Filofax so notwendig wie schwierig ist. Wird die Firma größer, müssen Termine mit mehreren Mitarbeitern koordiniert werden, dann wird die elektronische Verwaltung von Terminen unumgänglich. Einige TeilnehmerInnen konnten sich die Terminplanung ohne Software und Netz gar nicht mehr vorstellen, andere wiesen darauf hin, dass “es früher doch auch ohne ging”. Ein durchaus wichtiger Gedanke. Macht er doch deutlich, dass nahezu jede Technik, jedes Tool auch neue Abhängigkeiten mit sich bringt. Dialektischer Fortschritt: Wer nur noch tippt, verlernt die Handschrift.

Fotoausstellung zum Flurfunk (Ute Vogel)

Ute Vogel hat zur Illustration des Flurfunks die Menschen in ihrem Umfeld gefragt, wie sie ihre Aufgaben, Informationen und To-Dos managen und organisieren. Dann hat sie diese ‘Tools’ fotografiert und in Form einer Ausstellung präsentiert: Kalender, Timer und Terminübersichten in unterschiedlichen Varianten, analog und digital, papierne und elektronische Notizblöcke und andere ‘Devices’. Getreu dem Titel des Flurfunks findet sich unter den Fotos auch die Stirn einer Kollegin – die Aussenansicht eines Gehirns.

Entschleunigung (Christa Stadler)

Entschleunigte HomepageGleich zu Beginn der Veranstaltung plazierte Christa Stadler an prominenter Stelle einen Aufkleber im Raum, der diesen als “entschleunigte Zone” kennzeichnete. Diese Andeutung konkretisierte sie in Ihrem Beitrag zum Thema “Zeit”. Als Mitglied des Zeitvereins erläuterte sie die Idee, dass unsere globalisierte, stark ausdifferenzierte und oftmals als unabänderlich empfundenen Lebens- und Arbeitsumsstände wo möglich entschleunigt werden müssen.

Sie tat dies nicht per Argument und Vortrag, sondern mit dem irischen Märchen vom Pechvogel: Ein Mann zieht aus, einen Weisen nach dem Glück des Lebens zu befragen. Auf der langen Reise dorthin begegnet er einem Wolf, einem Baum und einer Frau, die ihm jeweils eine Frage an den Weisen mitgeben. Die Pointe – als der Suchende auf dem Rückweg die Antworten überbringt – sei nur angedeutet: Wer ewig sucht und rennt, ohne sich einmal zu überwinden zu finden und zu bleiben, den frisst am Ende der Wolf.

Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin. Ein Buch zum Thema von Kathrin Passig und Sascha Lobo (Martin Butz)

Nach den Überlegungen zur Zeit und dem Umgang damit, komplettierte der kurze Lesebericht über den Anti-Ratgeber von Sascha Lobo und Kathrin Passig den Abend. Die beiden netzbekannten Autoren bieten eine gelungene Mischung aus Kapitalismuskritik, Selbstmarketing und Entlastungslektüre für professionelle Prokrastinierer und solche, die auf dem Wege sind, es zu werden.

Die art 2.0 freut sich auf weitere Veranstaltungen dieser Art!

(mb)

Kunstprojekt art 2.0 startet in die zweite Runde

Als Branchenfachverband sieht die Kölner Internet Union e.V. in der Förderung und gleichzeitig kritischen Betrachtung unserer digitalen Kultur und deren unterschiedlichen Erscheinungsformen und Entwicklungen wie zum Beispiel der technischen wie inhaltlichen Gestaltung des Web eine gemeinsame Verantwortung und Aufgabe. Deshalb haben wir in diesem Jahr das Kunstprojekt art 2.0 ins Leben gerufen. Zur Vernetzung von Experten aus Kunst, Kommunikation und Technologie fanden vom 15. bis 30. Mai 2008 eine Kunstausstellung mit Arbeiten von Kölner KünstlerInnen zum Web 2.0, interessante Themenabende und abschließend die Verleihung des 1. KIU-Kunstpreises statt.

Mehr Verantwortung und neue Ideen zur Gestaltung des Web

Die Zahlen sprechen für sich: Über 30.000 Besucher auf der Projektwebsite art-zweinull.de und mehr als 300 Gäste bei den Veranstaltungen bestätigen das Interesse und den Bedarf an fachlicher Information und gegenseitigem Austausch für ein besseres Verständnis, mehr Verantwortung und neuen Ideen zur Gestaltung des Web. Auch in lokalen und Fachmedien spiegelte sich das große Interesse am Thema wider.

Für 2009 ist eine Fortführung für art 2.0 geplant. Während dieses Jahr das Phänomen Web 2.0 im Mittelpunkt stand, soll es beim nächsten Mal um das Web in der Gesamtbetrachtung gehen. Mit noch mehr Künstlern, breitgefächerten Themenabenden und businessorientierten Veranstaltungen will die KIU wieder aktuelle Entwicklungen in den Mittelpunkt stellen und Möglichkeiten zu Austausch und Vernetzung bieten.

art 2.0 ist ein junges, innovatives Projekt zur Förderung von Wirtschaft und Kultur in Köln. Die Kölner Internet Union freut sich über weitere Mitstreiter, die art 2.0 mit ihrer Mitarbeit und/oder finanziell unterstützen wollen. Sind Sie dabei? Wir  würden uns freuen.

Gerne beantwortet das Team art 2.0 Ihre Fragen zum Projekt und möglichen Beteiligungen.

Beste Grüße
Team art 2.0

Publikumspreis

Tag zu tagmeifyoucan.com409 Tags sind im Verlauf der art 2.0-Ausstellung von den Besuchern zu den acht ausgestellten Arbeiten vergeben worden. Das Projekt 4YEO-Lebenswelt_Computer von den Onlineredakteuren der FH Köln bekam die meisten bunten Zettelchen und damit den art 2.0-Publikumspreis. Wir gratulieren!

Die genaue Auswertung:

109 Tags für 4YEO-Lebenswelt_Computer von den Onlineredakteuren der FH Köln

65 Tags für die Drahtkunst-Projektion zum Begriff “Alltag” von Stephan Brenn

61 Tags für die Installation zur Aktion Cookie von OliverHeld

38 Tags für das Multimedia-Projekt Sequenz von Renate Goretzki

32 Tags für die digitale Collage spectaculartakeoverbattle von Florian Kuhlmann

30 Tags für das Blog-/Dokuprojekt 305to226 von Christiane Lünskens

28 Tags für die Installation New Folksonne von Maximilian Erbacher

Ankündigung Cookie

Cookie

Ankündigung Aktion Cookie vom 5. bis 9. Mai 2008

Wer bringt Oliver Held zu den Bürgerämtern?

Künstler erprobt die Community in der Wirklichkeit

Am Montag, den 5. Mai, verlässt der Künstler Oliver Held um 8:30 Uhr sein Atelier auf der Vogelsanger Straße 10 in Köln und beginnt damit im öffentlichen Raum seine Aktion „Cookie“. Der Plan: Sechs Bürgerämter möchte Held mit dem Skateboard besuchen. Das Blöde: Er kann gar nicht Skateboard fahren. Also ist er auf die Mithilfe der Passanten angewiesen, die ihn ein Stück schieben oder ziehen sollen. Insgesamt eine Strecke von 22 km.

Da sich die Aktion voraussichtlich über mehrere Tage hinzieht, wird der Künstler auch Übernachtungsmöglichkeiten finden müssen. Bei seinen freundlichen Gastgebern möchte Oliver Held gerne seine gesammelten Bilder, Videos und Erlebnisse auf deren Websites, jene der Stadt Köln oder lokaler Medien hochladen. Für den nicht-virtuellen Teil der Ausstellung zur Aktion hofft der Künstler auf Fernseher, Bilderrahmen etc. als Leihgabe.

Die Idee zur Aktion „Cookie“ wurde nominiert für den 1. KIU-Kunstpreis, der im Rahmen des Projektes art 2.0 von der Kölner Internet Union verliehen wird. Ab dem 15. Mai werden die Ergebnisse der Aktion zusammen mit sieben weiteren Arbeiten in einer Ausstellung präsentiert.

Voraussichtlicher Streckenverlauf:

Vogelsanger Str. 10 bis Bürgeramt Ehrenfeld, Venloer Str. 419-421, 2 km

bis Bürgeramt Lindenthal, Aachener Straße 220, 2,5 km

bis Bürgeramt Innenstadt, Rathaus, 4,3 km

bis Bürgeramt Kalk, Kalker Hauptstraße 247, 4,3 km

bis Bürgeramt Mülheim, Wiener Platz 2 a, 2,9 km

bis Bürgeramt Nippes, Neusser Straße 450, 6 km (gesamt 22 km)

Termine:

Aktion Cookie
Montag, 5. Mai, 8:30 Uhr ab Vogelsanger Str. 10 (Ehrenfeld)

bis voraussichtlich Freitag, 9. Mai
Ausstellungs-Vernissage
Donnerstag, 15. Mai, 19:00 Uhr

bei sym.net, Hansaring 78, 50670 Köln

Finissage und Verleihung KIU-Kunstpreis
Freitag, 30. Mai, 19:00 Uhr

Informationen zum Projekt art 2.0

http://www.art-zweinull.de

Arbeiten und Vita Oliver Held

http://www.oliverheld.net
http://www.vousetesici.nl

Über die Kölner Internet Union
http://www.k-i-u.de

Kontakt für Interviewanfragen, Fotos und Drehtermine.