Kategorie-Archiv: Veranstaltungen

Runter mit dem Fummel! – Exhibitionismus und Voyeurismus im Netz

Nie war es so einfach für Jedermann, sein Privatleben zu veröffentlichen – seien es Telefonate in der U-Bahn, Party-Videos, Fotos oder die Darstellung in schriftlicher Form im Internet.

Uns interessiert:

Die Veröffentlichung des Privaten

* Was macht die Menschen zu Selbstdarstellern?
* Warum präsentieren Leute permanent und überall ihr Privatleben?
* Was ist mit der Privatsphäre passiert?
* Sind wir distanzlos geworden?
* Ist die Anzahl von Kontakten ein neues Statussymbol?
* Sind die Menschen durch die permanent verfügbaren Kommunikationskanäle weniger einsam?
* Welche Risiken und Gefahren birgt der virtuelle Raum?
* Haben sich zwischenmenschliche Beziehungen verändert?

Eine Beispiel- und Thesen-Collage von Ute Vogel, ein Kurzvortrag von Klaus Janowitz, Soziologe M.A. und eine anschließende Diskussion wollen die unterschiedlichen Aspekte beleuchten.

Berichte zu weiteren art 2.0 Veranstaltungen:

Lichtspielabend “Open Source Filme” am 21.04.2009

FlurFunk “Brauche ich noch ein Gehirn? – Personal Information Management” am 10. März 2009

Open Source Filme

2. art 2.0 Lichtspielabend

Big Bug BunnyAm 22.4.2009 fand der 2. Lichtspielabend der art 2.0 statt. Das Format präsentiert in unregelmäßigen Abständen Film- und Videokreationen unserer digitalen Kultur. Diesmal hatten wir uns des Themas “Open Source Filme” angenommen.

Open Source Filmproduktion – was ist das?

Die freie Produktion von bewegten Bildern in professionellem Rahmen ist ein neues und vielschichtiges Phänomen: Jenseits einer eindeutigen Definition lassen sich die folgenden Spielarten und Charakteristiken in unterschiedlichen Mischungen beobachten:

  • Gemeinschaftliche Vorproduktion: Eine Community beteiligt sich an der Erstellung des Drehbuchs, recherchiert Hintergründe und berät bei der Realisation von anspruchsvollen Visualisierungen. Kurz, alles was ein Filmteam bewerkstelligen muss läßt sich mehr oder weniger in der Zusammenarbeit mit einer Community bewerkstelligen. Beispiel: Valkaama
  • Produktion von Filmmaterial: Eine Community dreht kurze Filme und Videoclips, aus dem die Initiatoren ein komplettes Produkt herstellen. Oftmals wird auch hier die Community in vielfacher Weise über die bloße Zulieferung von ‘footage’ beteiligt. Beispiel: Lost Zombies
  • Technische Realisierung: Vor allem im Animationsfilmbereich liegt es nahe, Teile oder den gesamten Film mit Open Source Software zu produzieren. Das Endprodukt wird damit auch zum Beleg der Leistungsfähigkeit der eingesetzten Software. Beispiele Elephants Dream, Big Bug Bunny und der Einsatz der 3D-Software Blender.
  • Verfügbarkeit, Wiederverwendung und Vertrieb: Die strenge Definition sieht vor, das sowohl das Gesamtwerk als auch dessen einzelne Bestandteile 1. unter einer freien Lizenz verfügbar sind, also ohne die üblichen Einschränkunen weitergegeben und verwurstet werden können. 2. muss das Material in frei zugänglichen Formaten zugänglich sein. Das bedeutet im Falle von Animationen beispielsweise: 3-D-Modelle und Texturen stehen zum Download bereit und können Grundlage einer neuen Produktion werden. Eines der wichtigsten Lizenzmodelle – nicht nur zur Lizensierung freier Filme – ist die Creative Commons. Wer mehr über dieses Lizenzkonzept wissen möchte, der schaue sich diese Einführung zum Thema an.
  • Finanzierung und Geschäftsmodelle: Auch kostenfreie zur Verfügung gestellte Inhalte kosten Geld. Wie weit im übrigen die Kostenfreiheit für den Zuschauer geht, ist Sache des Refinanzierungsmodells. Tim Baumann – Autor einer akademischen Arbeit zum Thema – nennt hier u. a. die folgenden Varianten:
    • Merchandising: Verkauf von Gütern aller Art rund um einen (Kult-)Film

    • Support Seller: z. B. Aufwertungen des Films in Form von Verpackung, Booklets, Untertitelungen, Soundtrackts usw. rechtfertigen den Verkaufspreis

    • Sell it, Free it: Der Film wird erst verkauft, später als Open Source veröffentlicht

    • Product Placement: zu Deutsch ‘Schleichwerbung’ für Produkte oder Dienstleistungen im Film

    • Versioning: z. B. niedrig aufgelöste Version frei erhältlich, höherwertige Formate bepreist.

    • Crowdfinancing und Donation: Die Community dienst als Investor, entweder im Vorfeld oder nach Produktion und Veröffentlichung des Werkes

Wer eine kurze und intelligente Einführung zum Thema Open Source Filme haben möchte, dem empfehlen wir diesen Beitrag des Elektrischen Reporters.

Die Unterscheidung zwischen Autor und Publikum

Walter Benjamin, deutscher Philosoph und Gesellschaftstheoretiker, schrieb 1936 in seinem berühmten Kunstwerkaufsatz:

“Jeder heutige Mensch hat einem Anspruch, gefilmt zu werden. Diesen Anspruch verdeutlicht am besten ein Blick auf die geschichtliche Sitation des heutigen Schrifttums. Jahrhundertelang lagen im Schrifttum die Dinge so, daß einer geringen Zahl von Schreibenden eine vieltausenfache Zahl von Lesenden gegenüberstand. Darin trat gegen Ende des vorigen Jahrhunderts ein Wandel ein. Mit der ungeheuren Ausdehnung der Presse, die immer neue politische, religiöse, wissenschaftliche, berufliche, lokale Organe der Leserschaft zur Verfügung stellte, gerieten immer größere Teile der Leserschaft – zunächst fallweise – unter die Schreibenden. Damit ist die Unterscheidung zwischen Autor und Publikum im Begriff, ihren grundsätzlichen Charakter zu verlieren.”

Nun – dass Benjamin nur vom “Anspruch gefilmt zu werden” und nicht etwa vom “Anspruch zu filmen” sprach, verwundert nicht weiter: Hätte er damals das Internet gekannt und hätte er eine HDTV-fähige Kamera für wenig Geld und und mit wenig Fachwissen handhaben können, hätte Benjamin anders formuliert. Enscheidend ist jedoch, dass Benjamin die modernen Medien (dazu zählte damals auch die Fotografie und das Radio) und deren Nutzung durch die Masse grundsätzlich positiv sieht (ganz im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen). Youtube, der Open Source Film und andere Medienmanifestationen, die das Internet zum Teil verstärkt, zum Teil erst ermöglicht hat, repräsentieren vor diesem Hintergrund eine Form der Medienaneignung durch die Massen, der traditionelle Modelle zur Informationsverteilung und Entäußerung heftig infrage stellt.

Was wäre wenn es Holly-, Bolly- und die anderen Woods nicht mehr gäbe?

Susanne Gaschke leitartikelt in der Zeit vom 23.04. zur Verurteilung von Betreibern der Filesharing-Plattform Pirate Bay:

“Die Ideologen eines ‘befreiten Wissens’ mögen der Meinung sein, die elitäre ‘etablierte’ Kunst könne so leicht durch das unlektorierte Mitteilungsbedürfnis der Nutzermassen ersetzt werden wie der professionelle Journalismus durch Jedermann-Reporter; YouTube-Filmchen seien ohnehin kurzweiliger als großes Kino. Welche intellektuelle Finsternis droht uns, wenn sie sich irren?”

Ja, welche? Das ist eine wirklich gute Frage. Die notwenige Diskussion, wie wir mit Konzepten von Wissen, Patentrecht, Allmende, Copyright und digitaler Rechteverwaltung umgehen sollen, wird hier mit einer arroganten Haltung abgewürgt . Die Journalistin prognostiziert die Intellektuelle Finsternis:

Wenn wir es zulassen, dass die herkömmlichen Produktions- und Vertriebsmodelle von Musik-, Film- und der gesamten restlichen Kulturindustrie von Youtube & Co infrage gestellt werden, dann versinken wir in den Tiefen einer niveaulosen Massenkultur, in der sich jeder Hinz & Kunz zum Kulturproduzenten aufspielt.

Dass man mich hier nicht falsch verstehe: Ich wende mich nicht gegen die berechtigte Forderung, das intellektuelle Eigentum von Künstlern und Autoren zu schützen. Unangenehm ist jedoch der Reflex der bildungsbürgerlicher Arroganz, mit dem die hohe Kultur vor dem Aneignung durch die Massen geschützt werden soll und Qualität nur durch etablierte Kanäle gesichert scheint.

Noch einmal Benjanim: „Kultur ist die Beute, die die Herrschenden hinter sich herschleifen“. In diesem Sinn: Viel Spass mit Open Source Filmen und Youtube! (mb)

Links:

Alle Bookmarks zum Lichtspielabend „Open Source Filme“ wurden bei Bibsonomy abgelegt und über Tags zu thematischen Gruppen versammelt. Die Kollektion wird laufend erweitert:

Brauchen wir noch ein Gehirn?

Unter diesem Titel fand am 10. März 2009 der art 2.0 FlurFunk zum Thema “Personal Information Management” in den Räumen der Kölner sym.net GbR statt. Die Anwesenden diskutierten in angeregter Runde unterschiedliche Tools, Ideen und Methoden, die WissensarbeiterInnen das Leben leichter – und manchmal auch schwerer – machen.

Hier eine kurze, subjektive Zusammenfassung der Beiträge ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Desktop-Wiki und Tagging (Martin Butz)

Martin Butz startete den Abend mit einem kurzen Lob des Desktop-Wikis als Wissensspeicher für alles, was irgendwie wichtig ist oder werden könnte. Er nutzt dazu Tomboy. Wesentlich erscheint ihm hierbei die Möglicheit,

  • erstens im gesamten Textkorpus per Volltextsuche recherchieren zu können und
  • zweitens die Anreicherung fast einer jeden Notiz mit Tags. Dabei erzieht er sich dazu, zusammen mit dem eigentlichen Textinhalt Assoziationen zu formulieren, die später das Auffinden des gesuchten oft erst ermöglichen.

Beispiel: Eine vorläufige Notiz zu einem Telefonat mit einem Geschäftspartner in spe wird mit dem Tag “Griechenland” versehen. Im Gespräch spielte dies nämlich eine Rolle – ganz abseits des eigentlichen Sachgehalts. Doch Griechenland wird im Kopf bleiben, und damit auch die Wiederauffindbarkeit der Notiz über die assoziierten Tags. Der Artikel Tags und Tagging verrät mehr zum Thema.

Mindmaps als Informationsspeicher, zur Recherche, Projektvorbereitung und Ergebnispräsentation (Natalia Löwen)

Natalia Löwen berichtete über den elaborierten Einsatz von Mindmaps in der Beratungsbranche. Die Anwesenden staunten nicht schlecht über die vielfältigen und weniger bekannten Möglichkeiten, mit Mindmaps

  • Rechercheergebnisse zu organisieren und darzustellen (z. B. Bookmarklisten und Anbieterverzeichnisse),
  • Verzeichnisse und Ordnerstrukturen zu navigieren und mit Metadaten anzureichern (z. B. Verzeichnisse von Marketingmaterialien) sowie
  • kleinere Projekte zu steuern (Aufgabenlisten, Milestones).Wichtig: Wenn Mindmaps zur firmeninternen Dokumentation verwendet werden, ist es unumgänglich, mehr oder weniger strenge Konventionen einzuführen: Hier entstehen dann weniger assoziative Wolken und Vernetzung, sondern eher klare Baumstrukturen und Datenhierarchien.

Ein Überblick über Mindmapping-Software jenseits des Platzhirsches “MindManager” ergänzte diesen äußerst interessanten Vortrag. Ein nachträglicher Hinweis von Natalia: “Auf der Seite von MindJet kann man aufgezeichnete Webinare zu div. Themen anschauen, sie sind meist eine gute Inspirationsquelle (wahrscheinlich auch für Alternativ-Software-Nutzer (z. B. freemind, xmind).”

Selbstorganisation und das Eisenhower-Prinzip (Eva Schuster)

Eva Schuster stellte den TeilnehmerInnen das Eisenhower-Prinzip vor: Der amerikanische General und spätere Präsident bewerktstelligte über die Leitunterschiedung zwischen “dringlichen” und “wichtigen” Aufgaben das Haushalten mit eigenen und anderen Resourcen. Diese einfache und praktikable Priorisierung mündet – kurz und falsch – in einer To-do-Liste in der Form eines Quadranten:

  • A) Aufgaben, die ich selbst und umgehend tun muss
  • B) Aufgaben, die klar terminiert und damit später erledigt werden
  • C) Aufgaben, die deligiert oder abgelehnt werden
  • D) Aufgaben, die auf der To-do-Liste eigentlich gar nichts zu suchen haben

Wie jede Methodik gilt auch hier, Ausnahmen bestätigen die Regel, die Realität vielschichtiger und überhaupt, wer immer nur Kirschmarmelade isst, wird bestimmt nicht glücklich. Doch ebenso trifft zu: Je simpler die Regel, desto eher die Wahrscheinlichkeit, dass diese auch anwendbar und durchhaltbar ist. Der Vortrag wurde dankend beklatscht.

Auf dem Weg zum papierlosen Büro (Belinda Krone)

Belinda Krone berichtete darüber, wie die Trennung vom haptisch so gegenwärtigen und einfach handhabbaren Filofax so notwendig wie schwierig ist. Wird die Firma größer, müssen Termine mit mehreren Mitarbeitern koordiniert werden, dann wird die elektronische Verwaltung von Terminen unumgänglich. Einige TeilnehmerInnen konnten sich die Terminplanung ohne Software und Netz gar nicht mehr vorstellen, andere wiesen darauf hin, dass “es früher doch auch ohne ging”. Ein durchaus wichtiger Gedanke. Macht er doch deutlich, dass nahezu jede Technik, jedes Tool auch neue Abhängigkeiten mit sich bringt. Dialektischer Fortschritt: Wer nur noch tippt, verlernt die Handschrift.

Fotoausstellung zum Flurfunk (Ute Vogel)

Ute Vogel hat zur Illustration des Flurfunks die Menschen in ihrem Umfeld gefragt, wie sie ihre Aufgaben, Informationen und To-Dos managen und organisieren. Dann hat sie diese ‘Tools’ fotografiert und in Form einer Ausstellung präsentiert: Kalender, Timer und Terminübersichten in unterschiedlichen Varianten, analog und digital, papierne und elektronische Notizblöcke und andere ‘Devices’. Getreu dem Titel des Flurfunks findet sich unter den Fotos auch die Stirn einer Kollegin – die Aussenansicht eines Gehirns.

Entschleunigung (Christa Stadler)

Entschleunigte HomepageGleich zu Beginn der Veranstaltung plazierte Christa Stadler an prominenter Stelle einen Aufkleber im Raum, der diesen als “entschleunigte Zone” kennzeichnete. Diese Andeutung konkretisierte sie in Ihrem Beitrag zum Thema “Zeit”. Als Mitglied des Zeitvereins erläuterte sie die Idee, dass unsere globalisierte, stark ausdifferenzierte und oftmals als unabänderlich empfundenen Lebens- und Arbeitsumsstände wo möglich entschleunigt werden müssen.

Sie tat dies nicht per Argument und Vortrag, sondern mit dem irischen Märchen vom Pechvogel: Ein Mann zieht aus, einen Weisen nach dem Glück des Lebens zu befragen. Auf der langen Reise dorthin begegnet er einem Wolf, einem Baum und einer Frau, die ihm jeweils eine Frage an den Weisen mitgeben. Die Pointe – als der Suchende auf dem Rückweg die Antworten überbringt – sei nur angedeutet: Wer ewig sucht und rennt, ohne sich einmal zu überwinden zu finden und zu bleiben, den frisst am Ende der Wolf.

Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin. Ein Buch zum Thema von Kathrin Passig und Sascha Lobo (Martin Butz)

Nach den Überlegungen zur Zeit und dem Umgang damit, komplettierte der kurze Lesebericht über den Anti-Ratgeber von Sascha Lobo und Kathrin Passig den Abend. Die beiden netzbekannten Autoren bieten eine gelungene Mischung aus Kapitalismuskritik, Selbstmarketing und Entlastungslektüre für professionelle Prokrastinierer und solche, die auf dem Wege sind, es zu werden.

Die art 2.0 freut sich auf weitere Veranstaltungen dieser Art!

(mb)

art 2.0 zu Gast bei IBM

Web 2.0: Chancen und Perspektiven
art 2.0-Expertenrunde zu Gast bei IBM in Köln

Am Mittwoch, den 20. Mai 2008 kamen bei der IBM Deutschland GmbH in Köln Experten der Bereiche Technologie, Kommunikation und Kunst zusammen, um gemeinsam über Chancen und Perspektiven des Web 2.0 zu diskutieren. Der Begriff und Anwendungen wie Social Communitys werden bereits seit vielen Jahren diskutiert und eingesetzt. Dennoch besteht für Wirtschaft und Gesellschaft weiterhin Bedarf, den Nutzen und intelligenten Einsatz von Web 2.0-Lösungen zu erkennen.

Die Diskussionsrunde fand im Rahmen des Kunstprojektes art 2.0 statt, das von der Kölner Internetunion e.V. initiiert und organisiert wird. Neben René Werth, Leiter Social Software und Web 2.0-Lösungen bei der IBM Deutschland GmbH, der extra für den Abend aus Berlin eingeflogen war, diskutierten IT-Rechtsexperte Konstantin Ewald von Osborne Clarke, Medienkünstler und Gründer von DOM (Digital Online Media) Udo Noll und Jürgen Walleneit als KIU-Vorsitzender und Geschäftsführer der Werbeagentur MSH AND MORE GmbH auf dem Podium. Moderiert wurde die Runde von Elisabeth Slapio, Geschäftsführerin der IHK zu Köln.

Etablierte Lösungen, optimiert für die Unternehmenskommunikation

„Als ich das Thema las, war ich skeptisch. Web 2.0 ist doch eigentlich ein alter Hut“ – mit diesen Worten eröffnete Elisabeth Slapio den Themenabend. René Werth bestätigte und widerlegte diese These in einem Atemzug. „IBM arbeitet im Prinzip seit über 10 Jahren mit Anwendungen, die heute als Web 2.0-Lösungen gelten. Seither ist Lotus Sametime auf dem Markt.“ Die Instant-Messaging- und Konferenzsoftware ist nur ein Beispiel dafür, wie das Unternehmen mit über 400.000 Mitarbeitern die Kommunikation und Onlinezusammenarbeit optimiert. Dezentral organisierte Teams werden über Social Software mit persönlichen Profilen und Informationen transparent und effizient vernetzt. Heute unterstützt IBM vor allem externe Firmen bei der Beratung und Implementierung von Web 2.0-Lösungen. „Informationen filtern und Experten finden sind wichtige Teile des Wissensmanagements innerhalb der Unternehmen“, erklärt Werth.

Was bringt die Zukunft?

IT-Rechtsexperte Konstantin Ewald sieht im Web 2.0 „große Chancen für neue Geschäftsideeen, die sich schnell und mit wenig Aufwand realisieren lassen“. Aus privater Sicht erwartet er eine Teilung der Userschaft. Wer sich nicht öffnen möchte, werde sich dem aktiven Geschehen im Netz entziehen. Einen ähnlichen Standpunkt vertritt Jürgen Walleneit und rät jedem mitzumachen, um selber „Teilnehmer einer großen Simulation“ zu werden. Die kritischste Haltung zum Web 2.0 nimmt Udo Noll ein. „Der Mensch 2.0 wurde leider nicht miterfunden“. Die Medienkompetenz müsse sich noch erhöhen, um einen sinnvollen Umgang mit dem Web zu finden.

Während der art 2.0-Diskussionsabend bei der IBM Deutschland GmbH überwiegend wirtschaftliche und technologische Aspekte des Web 2.0 beleuchtete, zeigt die Ausstellung art 2.0 ästhetische Antworten zum Thema. Acht für den 1. KIU-Kunstpreis nominierte Arbeiten werden noch bis zum 30. Mai in Köln beim KIU-Mitgliedsunternehmen sym.net auf dem Hansaring 78 gezeigt.

Alles über art 2.0
http://www.art-zweinull.de

Über die Kölner Internet Union
http://www.k-i-u.de

Kontakt
neurohr & andrä GbR
Kerstin Neurohr & Franziska Andrä
Dillenburger Str. 75
51105 Köln
Tel.: 0221 – 82 91 880
Fax: 0221 – 82 91 881
E-Mail: info(at)na-komm.de

Anja Zielke
Tel. 0170 – 38 37 945
a.zielke(at)az-kommunikation.de

Pressefoto art 2.0 zu Gast bei IBM
Copyright: Ralph Humrich

Themenabend netlabels.org

Moritz “mo.” SauerVielen herzlichen Dank auch noch mal an Moritz “mo.” Sauer, der letzten Freitag bei art 2.0 zu Gast war und seinen vor gut vier Jahren gegründeten Online-Katalog netlabels.org präsentierte. Als Beitrag zur Förderung der freien Musikkultur werden dort Netlabels vorgestellt, also solche, die mp3-Dateien legal und kostenlos zum Downloaden anbieten. Die Bandbreite geht von 8-bit über Reggae bis Weirdbent. Netlabels erschließen einen neuen Vertriebsweg, der lange gescheut und inzwischen gern genutzt wird, um bei der Vielzahl der Akteure überhaupt eine Chance auf Bekanntheit zu bekommen. Kuriose Künstler wie Bo Marley, die “deutschen Dadaisten aus Dänemark”, die gerne Performances mit Einkaufswagen in Einkaufsstraßen veranstalten, wären vielen von uns ohne diesen Weg wahrscheinlich vorenthalten geblieben.
Themenabend netlabels.orgMoritz stellte Plattformen und Interpreten verschiedener Labels vor und zeigte unter anderem einen Videobeitrag über die liebevolle Kreation und Produktion eigener Cover in Kleinauflagen. Er selbst wünscht sich allerdings mehr Interaktion und Flashanimationen als digitale Fortentwicklung des Covers, die als Widgets z.B. in iTunes eingebunden werden.

Eine schöne Idee, wenngleich bei mir Musik und Monitor noch immer keine wirkliche Symbiose eingegangen sind. Wie lange wohl noch?

Als Nachlese hat Moritz einige Links zum art 2.0 Netlabel-Abend zusammengestellt.

Es ist eröffnet!

Martin im TagprozessEs ist zwar schon ein paar Tage her, aber die tolle Eröffnung der art 2.0-Ausstellung soll hier nun doch noch ihre Erwähnung finden. Über 100 Gäste kamen, um sich die für den 1. KIU-Kunstpreis nominierten Arbeiten anzuschauen. Gut angekommen ist auch das Tagging: nicht nur zu den Kunstwerken, auch sonstige Assoziationen, Meinungen und Gedanken wurden eifrig auf Zettel geschrieben und großzügig in den Räumen verklebt.

Danke an alle, die dabei waren und für einen guten Abend gesorgt haben.

Wer sie noch nicht gesehen hat: Es gibt auch Bilder von der Vernissage online zu sehen.

Pressekonferenz 1. KIU Kunstpreis

Köln, 09.05.2008 – art 2.0 ist ein Kunstprojekt zum Web 2.0, das von der Kölner Internet Union initiiert und organisiert wird. In einer Ausstellung werden Kunstwerke von sieben Künstlern und einer Künstlergruppe präsentiert, die sich mit dem Web 2.0 und seiner gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bedeutung auseinandersetzen. Unter den gezeigten Arbeiten ist auch die Aktion “Cookie” mit dem sympathischen Skateboardfahrer, der sich noch vor wenigen Tagen von den Kölnern zu den Bürgerämtern ziehen ließ.

Die Arbeiten sind nominiert für den 1. KIU-Kunstpreis, der am 30. Mai verliehen wird. Bevor die Ausstellung eröffnet wird, haben Sie im Rahmen der Pressekonferenz Gelegenheit, die Werke zu sehen und einige der beteiligten Künstler zu treffen.

Die Pressekonferenz findet statt am Donnerstag 15. Mai, 11 Uhr, bei sym.net, Hansaring 78, 50670 Köln.

Nominierte Künstler
Christiane Lünskens: Blog/Doku zum Projekt “305 to 226″
Stephan Brenn: Drahtkunst zum Begriff “Alltag”
Onlineredakteure FH Köln: Projekt “4YEO-Lebenswelt_Computer”
Florian Kuhlmann: Digitale Malerei und “Web als Leinwand”
Renate Goretzki: Multimedia-Projekt “Sequenz”
Maximilian Erbacher: Installation “New Folksonne” (Arbeitstitel)
Oliver Held: Aktion “Cookie”

Termine
Ausstellung Donnerstag 15. Mai bis Freitag 30. Mai.
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 11-18 Uhr, Samstag 14-18 Uhr, Sonntag 11-16 Uhr.
Ausstellungs-Vernissage Donnerstag 15. Mai, 19:00 Uhr.
Finissage und Verleihung KIU-Kunstpreis Freitag 30. Mai, 19:00 Uhr.

Themenabend netlabels.org Freitag 16. Mai, 19 Uhr.
Moritz “mo.” Sauer: Spread good music via the world wide web for free.

Themenabend aporee.org/maps Mittwoch 21. Mai, 19 Uhr. Internationales Mash Up-Projekt, präsentiert von Udo Noll.

Themenabend stealthisfilm.com Donnerstag 29. Mai, 19 Uhr. Geistiges Eigentum im digitalen Zeitalter? Film und Diskussion.

Veranstaltungsort
Firma sym.net, Hansaring 78, 50670 Köln. Alle Veranstaltungen sind kostenlos!

Alles über art 2.0
http://www.art-zweinull.de

Über die Kölner Internet Union
http://www.k-i-u.de

Ansprechpartner unter Kontakte