Archiv für den Monat: Januar 2008

Prognose Web 2.0 08

Spricht man von der “Zukunft des Web 2.0″, muss man klar unterscheiden von seiner Zukunft als Investition und jene als nützliches Werkzeug zur Kommunikation und Sozialisation.

Business Angel und Web 2.0-Investor Jens Kunath sieht für 2008 das Platzen eines Bläschens voraus (weil es gar nicht soo viele Web 2.0-Investitionen in Deutschland gegeben habe). Eine schöne Zusammenfassung dieser und weiterer Prognosen hat Martin Weigert auf Zweinull.cc veröffentlicht, die sich ebenfalls überwiegend mit dem Web 2.0 als Wirtschaftsfaktor beschäftigen.

Für eigene Visionen oder Ideen zur Entwicklung des Web 2.0 und seiner Bedeutung in der Zukunft empfehle ich die Ergebnisse der internationalen Studie “Delphi 2017 – Future Values – Was uns morgen bewegt” (Dokument ist auf deutsch verfasst). Fünf zukunftsrelevante Grundorientierungen sollen demnach in den nächsten zehn Jahren prägend sein für Lebensbereiche wie Gesundheit, Bildung, Arbeit, Familie und Konsum:

1. Managing „Dutility“: Funktionieren im System

2. Living Substance: Zurück zum Wesentlichen

3. Embedding Individuality: Weniger Ich – mehr Wir

4. Creating „Lifeholder Value“: Gestalten und Partizipieren

5. Engaging in a Sane Society: Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung

Siehe dazu auch den Beitrag “Studie: Weniger Ich – mehr Wir” von Klaus Eck im PR Blogger.

Wer bloggt für wen?

Bevor ich mich der Auswertung zu den Web 2.0-Prognosen für 2008 widme, möchte ich ein paar interessante Zahlen zum Thema Blogs zum Besten geben, basierend auf Online-Interviews von TNS Infratest mit 1.102 Personen, veröffentlicht im Oktober 2007:

41% der Blogschreiber (mit eigenem Blog) sind unter 20 Jahre alt

35% der Blogleser sind über 40 Jahre alt

61% nutzen ihren Blog als persönliches Tagebuch (Frauen: 76%)

30% schreiben über Reisen und Urlaub

24% betreiben einen Blog zum Thema Wissen & Lernen

Wer einen Blog hat, ist laut der Untersuchung auch insgesamt sehr aktiv im Internet: 65% nutzen Chat, 58% Instant Messenger, 59% hören Online-Radio, 54% laden Musik herunter und 53% sind Mitglied einer Online-Community. 22% haben bereits ein Video auf einem Portal veröffentlicht.

Welt und Video

In 2006 hat sich die Nutzung von Video-Websites in den USA verdoppelt, das zeigt eine Studie von Pew Internet. Dazu soll auch der Autorenstreik der Drehbuchautoren in Hollywood beigetragen haben, weshalb sogar die Golden Globe Gala ausgefallen war.

Ebenfalls verdoppelt hat sich der Nutzungsanteil von Online-Video in Deutschland von 7% auf 14%, bezogen auf den gesamten Bereich der multimedialen Anwendungen. Das ist ein Ergebnis der aktuellen ARD-ZDF-Onlinestudie, die in 2007 zum 10. Mal durchgeführt wurde. Danach verfügen 40,8 Mio. Deutsche ab 14 Jahren über einen Internetzugang.

Laut Studie nutzen inzwischen nahezu alle Onliner auch das Web 2.0.

47% haben bereits Online-Nachschlagewerke wie Wikipedia genutzt.

34% besuchten Videoportale.

Mit aktiven Beiträgen ist man in Deutschland noch zurückhaltend: nur 6% verfassten eigene Beiträge für Wikipedia, 7% stellten selbst Videobeiträge ein und lediglich 2% schufen sich eine eigene Spielfigur in einer virtuellen Welt wie Second Life. Eine überraschende Zahl, schaffte es der omnipräsente “digitale Maskenball” doch im Febraur 2007 noch auf die Titelseite vom Spiegel.

In China dürfen Online-Videos ab dem 31. Januar 2008 “offiziell nur noch von staatlich kontrollierten Firmen und mit einer ausdrücklichen Genehmigung angeboten werden”, berichtet futureZone ORF.at.

Frist verlängert!

Achtung: Wir haben die Anmeldefrist für die Ausschreibung zu art 2.0 bis zum 15. Februar 2008 verlängert. Bis dahin können weiter Kurzkonzepte eingereicht werden.

In Kürze veröffentlichen wir an dieser Stelle auch die Namen der Jurymitglieder und den Veranstaltungsort für die art 2.0-Ausstellung.

Ein ausgesprochen gutes neues Jahr wünscht die

Kölner Internetunion e.V.