Schlagwort-Archiv: Hacking

art 2.0 Lichtspielabend mit Hacker

Wer ihn (wie wir) im Dezember in der Kölner Filmpalette verpasst hat oder gerne noch mal sehen will, ist herzlich eingeladen zum art 2.0 Lichtspielabend mit dem Film

Hacker – Porträt einer Gegen-Kultur

von Alexander Biedermann

„Alexander Biedermann begegnet fünf Hackern, die unterschiedliche Lebenswege gehen und sich einen Namen in der Hackerszene gemacht haben. Ihre Geschichten sind oft so kurios wie überraschend: Steffen Wernéry und Reinhard Schrutzki gehören zu der ersten Hacker-Generation. Als Pioniere eines neuen Zeitalters entdeckten sie hinter der Telefonbuchse ihres Hobbykellers eine unbekannte Welt. Die Mitbegründer des Chaos Computer Clubs sind die Hacker von damals, die mit dem legendären NASA-Hack von 1987 in Verbindung gebracht werden. Irgendwann holten sie die Ereignisse in Form von staatlichen und gegenseitigen Verdächtigungen ein. Was ist geblieben vom Pioniergeist?“

Mehr Infos und ein Trailer zum Film:
http://www.hacker-film.de/

Termin: Dienstag, 22. März 2011. Einlass 19 Uhr, beginn 19:30 Uhr.

Ort: sym.net, Hansaring 78, 50670 Köln

Ecke Weidengasse, schräg gegenüber S- und U-Bahnhaltestelle Hansaring.

Der Eintritt ist frei. Bitte kurz per E-Mail anmelden wegen der Sitzplätze.

Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen.

art 2.0 zeigt diesen Film in Kooperation mit der Kölner Internet Union e.V.

Antropofagia – Plädoyer für eigenartiges Lernen

Session auf dem BildungsCamp zu Wissen und Lernen im digitalen Zeitalter von Martin Butz.

Der Vortrag stellt ein geplantes aber bislang noch nicht durchgeführtes Kunstprojekt des französisch-brasilianischen Künstlers Roberto Cabot vor. Dabei soll der Film “How Tasty Was My Little Frenchman” (1971) des brasilianischen Regisseurs Nelson Pereira dos Santos auf das Copacabana Palace Hotel in Rio de Janeiro projeziert werden. Damit wird das koloniale Bauwerk für die ‘antropophagische Geschichte’ des Films gleichsam missbraucht und wiederangeeignet.

Das Kunstprojekt dient im Vortrag als Beispiel, um den Begriff der “Antropofagia” einzuführen. Dieses Konzept einer emanzipatorischen Kulturtechnik ist bekannt geworden durch Oswald de Andrade, der die brasilianischen Künstler 1928 in seinem antropophagischen Manifest 1928 zur produktive Aneignung der (kolonialen) Dominanzkultur auffordert: “Der Brasilianer als kultureller Kannibale, der gierig fremdes Kulturgut verschlingt, es mit eigenen Elementen vermengt und als etwas Verändertes wiedergibt.” (Alexander J. Wahl)

Ich verstehe die ‘Antropofagia’ als Metapher, die eine Art der Weltaneignung beschreibt. Die anthropophagische Art zu Lernen entsteht aus einer vermeintlichen oder realen Unterlegenheit gegenüber den Gegenstand des Interesses oder besser: der Art und Weise, wie dieser nach der dominanten Ideologie zu verwenden ist. Indem der vormalige Kontext einer Sache ignoriert, die Gebrauchsanweisungen und Nutzungsverbote missachtet worden sind, verleibt sich der (metaphorische) Antropophage den Gegenstand seines Interesses ein: Die Sache wird neu gedeutet, egoistisch mit Sinn belegt. Analoge und ähnlich Konzepte hierzu: Mashup, Bricolage, Eklektizismus, Synkretismus, Remixing, sweded version.

Der Vortrag versammelt weiterhin Beispiele unterschiedlichen Art, die in mehr oder weniger großen Anteilen im oben genannten Sinn ‘anthropofagisch’ sind.

Präsentation als PDF zum Download (1,9 MB) Antropofagia – Plädoyer für eigenartiges Lernen

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