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Runter mit dem Fummel! – Exhibitionismus und Voyeurismus im Netz

Nie war es so einfach für Jedermann, sein Privatleben zu veröffentlichen – seien es Telefonate in der U-Bahn, Party-Videos, Fotos oder die Darstellung in schriftlicher Form im Internet.

Uns interessiert:

Die Veröffentlichung des Privaten

* Was macht die Menschen zu Selbstdarstellern?
* Warum präsentieren Leute permanent und überall ihr Privatleben?
* Was ist mit der Privatsphäre passiert?
* Sind wir distanzlos geworden?
* Ist die Anzahl von Kontakten ein neues Statussymbol?
* Sind die Menschen durch die permanent verfügbaren Kommunikationskanäle weniger einsam?
* Welche Risiken und Gefahren birgt der virtuelle Raum?
* Haben sich zwischenmenschliche Beziehungen verändert?

Eine Beispiel- und Thesen-Collage von Ute Vogel, ein Kurzvortrag von Klaus Janowitz, Soziologe M.A. und eine anschließende Diskussion wollen die unterschiedlichen Aspekte beleuchten.

Berichte zu weiteren art 2.0 Veranstaltungen:

Lichtspielabend “Open Source Filme” am 21.04.2009

FlurFunk “Brauche ich noch ein Gehirn? – Personal Information Management” am 10. März 2009

Wer bloggt für wen?

Bevor ich mich der Auswertung zu den Web 2.0-Prognosen für 2008 widme, möchte ich ein paar interessante Zahlen zum Thema Blogs zum Besten geben, basierend auf Online-Interviews von TNS Infratest mit 1.102 Personen, veröffentlicht im Oktober 2007:

41% der Blogschreiber (mit eigenem Blog) sind unter 20 Jahre alt

35% der Blogleser sind über 40 Jahre alt

61% nutzen ihren Blog als persönliches Tagebuch (Frauen: 76%)

30% schreiben über Reisen und Urlaub

24% betreiben einen Blog zum Thema Wissen & Lernen

Wer einen Blog hat, ist laut der Untersuchung auch insgesamt sehr aktiv im Internet: 65% nutzen Chat, 58% Instant Messenger, 59% hören Online-Radio, 54% laden Musik herunter und 53% sind Mitglied einer Online-Community. 22% haben bereits ein Video auf einem Portal veröffentlicht.

Welt und Video

In 2006 hat sich die Nutzung von Video-Websites in den USA verdoppelt, das zeigt eine Studie von Pew Internet. Dazu soll auch der Autorenstreik der Drehbuchautoren in Hollywood beigetragen haben, weshalb sogar die Golden Globe Gala ausgefallen war.

Ebenfalls verdoppelt hat sich der Nutzungsanteil von Online-Video in Deutschland von 7% auf 14%, bezogen auf den gesamten Bereich der multimedialen Anwendungen. Das ist ein Ergebnis der aktuellen ARD-ZDF-Onlinestudie, die in 2007 zum 10. Mal durchgeführt wurde. Danach verfügen 40,8 Mio. Deutsche ab 14 Jahren über einen Internetzugang.

Laut Studie nutzen inzwischen nahezu alle Onliner auch das Web 2.0.

47% haben bereits Online-Nachschlagewerke wie Wikipedia genutzt.

34% besuchten Videoportale.

Mit aktiven Beiträgen ist man in Deutschland noch zurückhaltend: nur 6% verfassten eigene Beiträge für Wikipedia, 7% stellten selbst Videobeiträge ein und lediglich 2% schufen sich eine eigene Spielfigur in einer virtuellen Welt wie Second Life. Eine überraschende Zahl, schaffte es der omnipräsente “digitale Maskenball” doch im Febraur 2007 noch auf die Titelseite vom Spiegel.

In China dürfen Online-Videos ab dem 31. Januar 2008 “offiziell nur noch von staatlich kontrollierten Firmen und mit einer ausdrücklichen Genehmigung angeboten werden”, berichtet futureZone ORF.at.

Öffentliche Ko-Kuratoren

Auch die internationale Kunstszene hat die Vorzüge des Web 2.0 bereits für sich erkannt. Hier zwei Beispiele, beide aus dem Oktober 2006:

MoMa lässt Videos filmen für The Residents
Über die Videoplattform YouTube rief das New Yorker Museum of Modern Art die Öffentlichkeit auf, Videobeiträge zu einem Musiktitel der 1969 gegründeten amerikanischen Avantgarde-Band The Residents online zu stellen.

Saatchi bestellt Öffentlichkeit als Ko-Kuratoren
Die Saatchi Gallery in London konzipierte eine Ausstellung, bei der via Internet von den Besuchern über die Werke abgestimmt wurde. Daraus entstand die Endauswahl der Exponate.